Kunstkaten Ahrenshoop 

Collagen und Radierungen   

(28.2. -10.4. 2016)

Christian Fehlandt
Gerissen und geklebt

Ein Mantel, Tuch oder eine Decke - auf einem Stuhl liegt Irgendwas wie unfertig da. Abgelegt. Unaufgeräumt? Nein: dem Betrachter wird Unordnung zugemutet - vor einem Fenster. Vor einem Spiegel? Was da liegt, verleitet zu unterschiedlichen Sichten: für den einen möhlt da störende Unordnung herum - verlassen und gespenstisch. Für wen anderen hat dieser unsortierte Haufen aber was Einladendes, w3as zu Entdeckendes an sich. Und birgt noch manchea Geheimnis. man bräuchte nur die Decke aufheben, sie weglegen. Und könnte sich dann gemütlich hinsetzen....
Als Neujahrsgruß 2016 erhielten einige Freunde Hellmut Martensens diese Radierung... Es ist ein Bild von einem jahresbeginn mit all seinen oder auch keinen Vorsätzen.
Und ein spannend formuliertes Synonym für die Arbeit des Künstlers im Allgemeinen. Der mit Ideen und Phantasie eine gegenwelt hinter dem Glas schafft und seine Anschauung in diese ihm eigene Welt umsiedelt.

Etwas gestalten, nur, um wieder Ordnung in ein vorgefundenes Chaos zu bringen - ist vielleicht der ureigenste Sinn des Spieltriebes.
Am Ende kommt ein Ergebnis heraus - eine kreative Gestaltung: so als eigenständiges künstlerisches Prinzip erstmal eingeführt worden in den Jahren 1911/12 durch den Bilderfinder Pablo Picasso mit seinen kubistischen papier colles. Aus Papier erarbeitet, darf man das dann eine Collage nennen...
Dass Dinge, die irgendwo ausgesondert waren: verdruckte Radierungen, Materialien, die übrig geblieben sind, zum Mittelpunkt, zum Steuermechanismus für eine neue Idee werden. Von der absoluten Randlage in den zu betrachtenden Mittelpunkt des Geschehens rücken...